Snapchat – Faszination des digitalen „Hier und Jetzt“

Wieder eine neue Social-Media-App, welche sich neben Facebook, Instagram und Co. in unseren digitalen Tagesablauf zwängen will. Brauch ich das jetzt auch noch?

Wer die ersten Gedankenhürden überwunden hat und Snapchat dann doch eine Chance gibt, wird sich möglicherweise schnell enttäuscht vor der nächsten Hürde wiederfinden. Snapchat hat ein sehr ungewöhnliches Bedienkonzept und wird daher von vielen Erstbenutzern nicht gleich auf Anhieb verstanden. Die App für iOS und Android gibt es bereits seit 2011 und ist, nach anfänglichen Startschwierigkeiten, nun aber definitiv auch hierzulande im Trend. In den USA ist sie längst etabliert und ist im 2015 über 350% gewachsen (Quelle: http://goo.gl/JD3fL0)

In erster Linie unterscheidet sich Snapchat in folgenden Punkten stark von den zurzeit gängigen Social-Media Konzepten :

  • Vergänglichkeit: Nachrichten, Bilder und Videos sind vergänglich. Dass heisst, sie bleiben für den Empfänger nur so lange sichtbar, wie es der Absender definiert hat. Zwischen 1 Sekunde bis maximal 24h. Die Inhalte können vom Empfänger also nicht dauerhaft gespeichert werden (oder nur über Umwege).
  • No Ranking: Es ist nirgendwo ersichtlich, wieviele und welche Follower oder Freunde ein Snapchater bereits hat. Lediglich eine Art „Snapchat-Score“ pro Benutzer lässt erahnen, wie aktiv dieser Benutzer in Snapchat ist aber nicht wie beliebt er ist. Woraus sich diese Zahl genau ergibt ist jedoch bisher noch nicht entschlüsselt worden. Es geistern bloss Vermutungen im Netz herum aber es ist keine genaue Definition zu finden.
  • Fehlende Suchfunktion: Neue Snapchat Freunde können nur hinzugefügt werden, wenn der genaue Benutzername vorher bereits bekannt ist. Es gibt also kein Benutzerverzeichnis welches durchsucht werden könnte.
  • Ausschliesslich Livebilder: Bilder und Videos, welche vorher ausserhalb der App erstellt wurden, können mit Snapchat nicht versendet werden. Alles muss „hier und jetzt“ live mit Snapchat aufgenommen und anschliessend, direkt aus der App heraus gesendet werden. Zwischenspeichern und nachträglich Senden nicht möglich.

Auf den ersten Blick mögen solche Einschränkungen nicht viel Sinn machen oder verstossen gar teilweise gegen die Grundidee des Internets, aber eben gerade das macht das Konzept von Snapchat so einzigartig. Und dieses einzigartige Konzept bringt auf den zweiten Blick einige interessante Möglichkeiten mit sich.

Vergänglichkeit senkt die Hemmschwelle
Die Hemmschwelle, ein aussergewöhnliches oder nicht ganz so „perfektes“ Bild von sich zu veröffentlichen sinkt, weil nichts gespeichert wird und daher später auch von niemandem mehr ausgegraben werden kann. Gegenüber Instagram und Co. steigt damit die Wahrscheinlichkeit, über Snapchat mehr aussergewöhnliche und sicherlich auch „realitätsnähere“ Bilder und Videos zu Gesicht zu bekommen bez. selber jemandem zu senden. Weil sämtlicher Content nach spätestens 24h wieder gelöscht wird, kann ausserdem auch kein „Datenmüll“ entstehen und wird folglich auch nicht unnötig Speicherplatz belegen.

No Ranking = Content is King!
Dadurch, dass nicht ersichtlich ist, wer wieviele Follower und Views hat, rückt der Content in den Vordergrund. Dass heisst: Schluss mit „Zahlen-Narzismus“ –  Content is King! Und hier kommt ein ganz zentrales Feature von Snapchat auf den Plan: Die persönliche „Snapchat-Story“. Jeder User hat nämlich die Möglichkeit, ausgewählte Bilder und Videos innerhalb der App zu einer persönlichen Story zusammenzufassen. Das ist dann quasi die Story der letzten 24h dieses Users und kann von allen Followern mitverfolgt werden.

Fehlende Suchfunktion macht erfinderisch
Weil es keinerlei Snapchat-Benutzerverzeichnis gibt, ist Erfindungsreichtum gefragt wenn man neue Snapchatkontakte knüpfen will. Man fängt an, über verschiedene Kanäle aktiv nach neuen interessanten Snapchatern zu suchen. Hier sind Empfehlungen ganz wichtig und wer weiterempfohlen wird, der macht seine Sache offensichtlich gut.

Ausschliesslich Livebilder zeigen den Moment
Im Gegensatz zum „alles unendlich Verfügbar“-Gedanken, welcher seit der Erfindung des Internets immer mehr ausgereizt wird, erhält das Gefühl des „HIER und JETZT“ plötzlich wieder mehr Gewicht. Und genau dieser Gedanke des „Hier und jetzt und danach nicht mehr“ ist im Internet dieser Tage revolutionär. So unglaublich das ja eigentlich klingen mag. Aber gerade die Möglichkeit, dass irgendetwas im Nachhinein nicht mehr abrufbar sein wird, fasziniert und begeistert weltweit gerade Millionen von „digital natives“. Die sogenannten „digital immigrants“, zu denen ich zähle, hinken auch hier logischerweise hinterher. Aber hey, war das bei Facebook nicht ganz genau so? Und genau ab diesem Moment, wenn eben diese digitalen Einwanderer auf einen Trend im Internet aufspringen, (und mit ihnen die ganzen Monetarisierungsideen) wird der Trend zur Geldmaschine umfunktioniert und ist somit endgültig auf dem Weg in den Social-Media-Olymp. Nicht nur dass Diskussionen über die Monetarisierung von Snapchat auf sämtlichen Kanälen (Blogs, Twitter, Facebook usw.) gerade wie Pilze aus dem Boden wachsen, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich Snapchat auf eben gerade diesem direkten Weg nach oben befindet.

Ich habe jedenfalls die eingangs erwähnten ersten Hürden genommen und dabei festgestellt, dass Snaptchat eine faszinierende Ergänzung meiner digitalen Aktivität als Musikschaffender ist. Insbesondere die Storyfunktion eignet sich hervorragend, um hie und da einen Blick hinter die Kulissen zu zeigen oder auch einfach spontane Alltagsbilder zu posten welche vielleicht nicht unbedingt in Instagram oder Facebook passen wollen.

Wenn du sehen willst was ich so treibe auf Snapchat, dann adde mich mit folgendem Usernamen kinokinoband und schau dir meine Story an.

Wenn du einen Schnelleinstieg in die Bedienung von Snapchat suchst, dann schau dir diese Anleitung von Sam Steiner an. Er hat das ganz toll gemacht.

Zum Starten hier gerade noch ein paar Snapchater welche ich euch empfehlen möchte:

Musik
Loads of Music -> @loadsofmusic
Lena Meyer-Landrut-> @helloleni

Mode und Reisen
coco. -> @itscocoroxic
fashi0nattitude ->@fashi0nattitude (0=Null)

Marketing und Coaching
Sam Steiner -> @megganpice
Christian Bossert -> @chris_bossert
sozial-pr -> @sozial-pr

Und nun viel Spass beim Snapen!
Euer Matt

Matt_Snapchat

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